Workshop „Kreatives Schreiben“ am 28. Februar 2009

Ein Bericht von Christine Hopfinger

Kreativ Schreiben?
Samstag – schon wieder früh aufstehen, um was zu lernen. 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Auf zum AKADalumni-Workshop „Kreatives Schreiben“, nach Stuttgart!

Die Fahrt von ca. 1,5 Stunden sollte sich – inkl. frühem Aufstehen – unbedingt lohnen, das habe ich mir fest vorgenommen. Um 9.10 Uhr darf ich nach einer Einführung durch Silja Tredup auch gleich mit der Vorstellungsrunde beginnen – dazu und „zum Aufwärmen“ haben wir alle einen kurzen Text verfasst. Das macht es leichter.

Naja, zugegeben, die Erwartungen an das Seminar als „kreativ Schreiben auf Knopfdruck“ zu formulieren, ist echt unrealistisch. Tatsache aber ist: Silja Tredup stellt dies umgehend fest und verspricht nicht zuviel, als sie sagt, dass wir hier und heute einige Ansätze erhalten werden, die uns vielmehr den Einstieg ins Schreiben – insbesondere ins kreative – wesentlich erleichtern. Was passiert denn schließlich ständig, wenn uns ein spontaner schriftlicher Erguss, z. B. in Form einer Einsendeaufgabe bei AKAD oder ein Artikel für den Chef abverlangt wird? Also, bei mir wurde es bis dato eigentlich immer schwierig, denn die Muse küsst mich schließlich nicht stündlich …

Über das automatische Schreiben (einfach „von der Leber weg“ schreiben, was mich bewegt) finde auch ich in angenehmer und kreativer Atmosphäre schließlich sogar hinreichend Mut zu diesem freiwilligen Kurzbericht (auch ohne Credits …;-)) Nicht zuletzt, weil ich es angenehm finde, wie Silja hier auf alle einzelnen Protagonisten („perspektivischer“ Hauptcharakter in der Literatur, z. B. der Erzähler), Antagonisten („kontrahierender“ Hauptcharakter), ja, sogar auf Schattenfiguren eingeht – und das trotz Moritz.

Wer kennt Moritz noch nicht? Ist ein äußerst sympathischer Zeitgenosse mit Schnauzer, der mir meine mitgebrachte Wurst ganz offensichtlich nicht übel genommen hat. Wer wie ich großen Respekt vor Hunden hat, sollte diesen gemütlichen, friedfertigen schwarzen Schäferhund-Schnauzer-Mischling unbedingt kennenlernen.

Die Stimmung steigt mit dem Verlauf des Seminars merklich – eines der Highlights ist definitiv die wiederholte, detaillierte und irgendwie scheinbar liebevolle Beschreibung des für u. A. mich gut sichtbaren roten Krans durch meinen Tischnachbarn. Zugegeben, die Kollegen gegenüber sind schon neidisch, weil ihnen einfach keine ähnlich liebenswerten Merkmale der weißen Wand, die hinter mir / uns zu sehen ist, einfallen wollen. Auch Antons heimliche Schwäche für Rosamunde Pilcher bleibt uns nicht verborgen und einige Schreib-Ansätze entlocken uns allen ein fast einstimmiges AHA – das funktioniert ja!
Kurzum – es soll ja schließlich ein Kurzbericht bleiben –:

Neben den interessanten und teilweise äußerst sympathischen Mitmenschen, die ich hier heute kennenlernen durfte, lauten meine persönlichen Highlights des Seminars wie folgt:
Unangefochten auf
Platz 1: Der rote Baukran. Seine Schokoladenseite wurde mir einfach glaubhaft näher gebracht …;-)
Platz 2: Knicktext-Übung (3 Sätze aufschreiben, 2 umknicken, Nachbar schreibt weiter. Unglaublich: Da wird echt eine Geschichte draus.) inklusive Opa Otto bzw. „Früher   war alles besser. Früher, jaaaa, früüüher ...“
Platz 3:  Hohe Motivation zu Schreiben erhalten wir durch die Elfchen-Übung: Nach nur 5 Minuten ein fertiges Kurzgedicht auf Papier!

@Silja: Weiter so, war prima und echt seine Zeit wert!
@Heike: Danke für die tolle Verpflegung!
An alle anderen: War schön, Euch kennenzulernen! Viel Erfolg und alles Gute weiterhin!

Wer nicht da war, sollte es das nächste Mal unbedingt sein!

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