Text: Thomas Dressler, Regionalleiter West

Am Samstag, den 31. Oktober 2009 war es soweit: der WDR in Köln – größte der Sendeantalten in der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands) – gewährte uns einen Blick hinter die Kulissen. Nach dem üblichen Image-Film (das hatten wir ja auch 2007 beim SWR in Stuttgart) ging es los mit einem Gang vom Besuchereingang am Apellhofplatz herüber zu den Studios am Wallraffplatz, die durch eine Brücke erreichbar sind. Dabei erfuhren wir, daß ein Teil der Stockwerke unter der Erde liegen, weil das Gebäude nicht höher gebaut werden durfte wegen des benachbaten Kölner Doms. Da Fernsehstudios ohnehin mit Kunstlicht arbeiten durchaus kein Nachteil.

Zunächst führte uns der weitere Weg durch das denkmalgeschützte Funkhaus am Wallraffplatz mit dem großen Konzertsaal, in dem sogar eine ausgewachsene Orgel zu finden ist (böse Zungen behaupten: mit so vielen Pfeifen, wie der WDR Mitarbeiter hat – aber das ist schon sehr böse, denn wer z.B. regelmäßig WDR 5 hört, der weiß, was für ein Top-Programm alleine der WDR Hörfunk produziert!) zu dem Bereich, in dem Hörspiele mit Geräuschen unterlegt werden. Dort findet man Treppen mit unterschiedlich klingenden Belägen, quietschende Stühle und einen sehr interessanten Raum: mit dicken schallschluckenden Polstern ausgekleidet. Klingt erstmal recht leise, wenn die Gruppe zusammensteht, aber richtig interessant wurde es, als Frau Prof. Blumentritt und eine weitere Dame gebeten wurden, mal kurz mit um die Ecke zu kommen. Kurz danach hörte man aus erstaunlicher Entfernung gaaaaanz leise Hilferufe. Da die beiden Damen unmittelbar nach den Rufen wieder am Ende des Raumes (ca. 7 Meter entfernt) erschienen, konnten sie unmöglich so weit entfernt gewesen sein. Man vermutete eine dicke, wattierte Tür oder ähnliches – tatsächlich waren die beiden aber lediglich einen Meter um die Ecke gegangen. Keine Tür, keine sonstige Abtrennung – und die beiden beteuerten, sich die Seele aus dem Leib geschrien zu haben. Unglaublich. Damit simmuliert man im Tonstudio eben genau dies: Entfernung.

Nach einer Besichtigung des Studios, in dem u.a. der Presseclub produziert wird (mit einer beeindruckenden Scheinwerferbestückung) fand unser Besuch mit einem kurzen Blick von oben in den Raum, in dem die ARD-Sportschau produziert wird (und die Proben stattfanden) einen angemessenen Abschluß.

Gemeinsam mit Frau Prof. Blumentritt haben wir dann im „Brauhaus Früh“ in Köln einen sehr interessanten Tag bei einem kühlen Kölsch und lebhaften Gesprächen ausklingen lassen.

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